„Über Nachtgastro hängt neues Damoklesschwert“

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Am 5. März 2020 musste die Nachtgastro schließen. Genau zwei Jahre später wurde wieder geöffnet. Von einem großen Comeback fehlt jede Spur: „Es ist eine Perspektivenlosigkeit eingetroffen“, sagt Stefan Ratzenberger, Obmann des Verbandes der Österreichischen Nachtgastronomie. Jedes zehnte Lokal musste schließen, es fehle „eine ganze Generation an Jugendlichen“ und ein Viertel des Personals. Höhepunkt der Frustration: Die COFAG die wie „ein Damoklesschwert“ über der Branche schwebt. Moderatorin Conny Winiwarter hat nachgefragt.

Die Frustrations-Medaille rund um die Covid-19 Finanzierungsagentur des Bundes (COFAG), über die Hilfszahlungen abgewickelt werden, hat zwei Seiten: Zum einen „wurden einige Hilfen noch immer nicht ausbezahlt“. Zum anderen fordert die COFAG nun Miet- und Pachtzahlungen zurück. „Es werden Betriebe kontaktiert, um die Miete vom Vermieter zurückzuverlangen, weil diese nicht rechtens war.“ Die Vermieter legen sich quer. Teilweise zu Recht, findet Ratzenberger.

Verständlich oder nicht, das Endresultat bleibt ein schlechtes: Gastronomen kommen erneut in Liquiditätsschwierigkeiten. Diese haben bereits letztes Jahr zehn Prozent der Clubs und Bars zum Zusperren gezwungen. „Wir werden uns noch von vielen weiteren Einrichtungen verabschieden müssen“, zeichnet der Obmann der Nachtgastro ein düsteres Zukunftsbild. 

Vom Ministerium „geghostet“Vonseiten der Nachtgastro gibt es klare Lösungsvorschläge. Auch Gespräche mit Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) gab es bereits. Man werde sich die Ideen anschauen, habe es damals vom Ministerium geheißen. Gehört hat Ratzenberger aber nie wieder etwas. „Alles leere Versprechen“, ärgert er sich, „Wir sind enttäuscht von der Regierung.“

Auch die Gäste haben sich verändert: Ratzenberger: „Uns fehlt eine ganze Generation an Jugendlichen.“ Menschen, die während der Pandemie 16 wurden, haben nämlich mangels Weggehmöglichkeiten ein „alternatives Feiern“ gefunden, das nebenbei auch noch kostengünstiger ist. „Sie jetzt in Clubs zu bekommen, ist schwer“, so Ratzenberger.

Personalmangel: Asylwerber als mögliche LösungInsgesamt fehle ein Viertel des benötigten Personals. Ein großes Problem sind die fehlenden Studierenden, die bislang in der Gastro gearbeitet haben. „Wir waren der größte Arbeitgeber für Studierende“, weiß Ratzenberger. Geringfügig beschäftigte Studenten verloren während der Pandemie ihren Nebenjob – und kehrten nie wieder in die Gastro zurück. Die Erleichterung der Rot-Weiß-Rot Karte sieht der Obmann als wichtigen Hebel, auf Roboter-Unterstützung will Ratzenberger aber verzichten.

Das ganze Interview mit Stefan Ratzenberger sehen Sie im Video oben. KroneLIVE sehen Sie montags bis freitags ab 9 Uhr.

Gehen Sie noch gerne in Clubs oder Bars? Braucht es mehr Unterstützung für die Nachtgastronomie? Kommentieren Sie mit!

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