SPÖ-Führungsdebatte – jetzt spricht die Chefin Klartext

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Ob Doskozil im “Team Sozialdemokratie” mitspielt, habe er Rendi-Wagner nie schlüssig beantworten können. Die Führungs-Debatte lässt sie trotzdem kalt.

Eher unfreiwillig wurde diese Woche wieder mal die immerwährende Personal-Debatte in der SPÖ angeheizt. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser, der bei den Wahlen am 5. März seine Pole-Position zu verteidigen hat, forderte ein Team der besten Köpfe an der Spitze.

“Ist Hans Peter Doskozil Teil Ihres Teams?”, will “Krone”-Journalistin Conny Bischofberger deswegen im Sonntags-Interview von der SPÖ-Vorsitzenden wissen. “Aus meiner Sicht ist er selbstverständlich Teil dieses sozialdemokratischen Teams. Ob er diese Zugehörigkeit für sich verspürt, das müssen Sie ihn selbst fragen.” Das klingt, als hätte sie das selbst nie getan. “Doch, mehrmals. Eine schlüssige Antwort habe ich bis heute nicht bekommen.”

Im “Krone”-Interview will Rendi-Wagner jedoch den Eindruck vermitteln, davon völlig kaltgelassen zu sein. “Ich kann mich zurücknehmen und meine Befindlichkeiten hinter das große, wichtige Ganze stellen. Und das ist eine soziale, gerechte Politik zu machen.” Genau darum gehe es in der Sozialdemokratie.

Franz Vranitzky flüstere ihr regelmäßig zu:  “Stürme kommen, Stürme gehen.” Aber dass hinter solchen Stürmen wichtige Themen wie etwa die Mietpreisbremse zurückbleiben, schmerze sie dann doch. 

An die Doppelspitze, mit der viele geliebäugelt haben, findet Rendi-Wagner hingegen wenig gefallen. Die oder der Parteivorsitzende sollte bei einer Wahl auch Spitzenkandidat sein, wer auch immer das sein mag. “Ich habe mich als Person eigentlich mein ganzes Leben lang nie besonders wichtig genommen. Und ich werde damit auch jetzt nicht anfangen, weil es darum in der Politik einfach nicht geht.”

Ein gutes Team ist trotzdem wichtig. Neben Christian Kern, der der SPÖ als Energieexperte verbunden blieb, könnte etwa Doskozil als Migrations- oder Sozialexperte ins Boot geholt werden. Dagegen spricht jedenfalls nichts, findet auch die SPÖ-Chefin. “Nun, die Einladungen sind ja ergangen. Also es liegt nicht an uns.”

Die vier Phasen aus dem Ghandi-Zitat (“Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du”) habe Rendi-Wagner alle bereits mehrmals durch. “Diese Stufen wiederholen sich in einer Endlosschleife. Momentan bin ich durchaus auf Stufe drei.”

Damit könne sie aber leben. Ihr Mann, Herr Wagner, ärgert sich darüber schon etwas mehr. “Aber ich bin schließlich Ärztin. Wenn das passiert, dann behandle ich ihn ein bisschen.”

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